Archiv für Juli 2009

Homophober Moslem, toleranter Westen?

Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Veranstaltung mit Georg Klauda am 20.8. um 19.00 Uhr im Rahmen der Polyfantasiawoche im alten Innenminsterium in Erfurt

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Einige Bundesländer schlugen deshalb vor, Muslime im Einbürgerungsverfahren nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen zu befragen. Zeigen sich deklassierte Halbstarke aus Migrantenfamilien aggressiv gegenüber Schwulen, werden reflexhaft religiöse Motive unterstellt.
Dabei beschworen Homosexuelle die Kultur des „Orient“ noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ein tolerantes Gegenbeispiel zu den Jahrhunderten religiöser und säkularer Verfolgung in Europa. (mehr…)

Aufruf CSD Erfurt 2009

Forderungen zum diesjährigen CSD

Wir Bleiben Alle!

Auch zum CSD Erfurt 2009

Der historische Anlass des Christopher Street Day (CSD) jährt sich in diesem Jahr zum 40. Mal. Dieser erinnert an den Beginn der homosexuellen Emanzipationsbewegung im Juni 1969, als es in New York fünf Tage lang zu Aufständen gegen staatliche Repression kam und Menschen, die bis dahin verschiedene Arten von Diskriminierungen erfahren mussten, sich erfolgreich gegen eine legitimierte Kriminalisierung wehrten. Da sich seither die Zustände bei genauer Betrachtung nur wenig verbessert haben, bleiben die Forderungen seitens der sich als alternativ handelnd verstehenden Teile dieser Bewegung bestehen. Jener Menschen, die sich nicht entmündigen ließen durch das prekäre System von Lohnarbeit, der täglichen Erfahrung von Austauschbarkeit, der Demütigung und Zermürbung innerhalb politischer Strukturen und der Einschränkung der Freiheit durch fortschreitende staatliche Überwachung und Aushöhlung rechtstaatlicher Prinzipien. Jener Menschen, die fordern:

Die Aufhebung von Verfolgung, Stigmatisierung und Benachteiligung von Menschen, die sich Strukturen schaffen, die nicht dem heteronormativen Bild entsprechen. (mehr…)

„Ich schau Dir in die Augen, Kleines“ – Liebe in der Kulturindustrie

15.8.-5.10.2009, Erfurt: Liebe in der Kulturindustrie
Ein Tagesworkshop „interdisziplinäre Filmanalyse“ und drei Filmabende

„Ich schau Dir in die Augen, Kleines“ – Liebe in der Kulturindustrie

Liebe in der KulturindustrieSexismus als strukturelles Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen ist heute wie vor 65 Jahren alltäglich. Obwohl die rechtliche Gleichstellung fast vollständig erkämpft ist, verdienen Frauen in der Regel immer noch weniger als Männer, haben in den selben Arbeitsbereichen die niedriger angesehen Jobs und kümmern sich mehr um Kinder als um Autoreparaturen. Ein wichtiger Baustein zur Erklärung dieser Beobachtung ist die romantische Zweierbeziehung. Mann und Frau, als gegensätzlich aber sich ergänzend konstruiert, kommen hier zusammen, um ihrer Bestimmung als Paar nachzukommen. Fragt man dann nach, warum sie das tun und warum in der Beziehung die Männer mehr Zeit mit Lohnarbeit verbringen als mit Windelnwechseln, erfährt man oft, daß man sich partnerschaftlich darauf geeinigt hat. Man sieht: Die Subjekte, die sich in sexistischen Verhältnissen bewegen (müssen), empfinden so, daß das Erfüllen geschlechtsspezifischer Anforderungen als eigener, echt empfundener Wunsch daher kommt. (mehr…)

Redebeitrag auf Kundgebung für selbstverwaltets Zentrum

Auf der Eröffnungskungebung der Kampagne „Hände hoch, Haus her. Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt.“ wurde folgender Redebeitrag der Gruppe „Wi(e)der die Natur“ gehalten:

Der historische Anlass des Christopher Street Day jährt sich in diesem Jahr zum 40. Mal. Dieser erinnert an den Beginn der homosexuellen Emanzipationsbewegung im Juni 1969, als es in New York fünf Tage lang zu Aufständen gegen staatliche Repression kam und Menschen, die bis dahin verschiedene Arten von Diskriminierungen erfahren mussten, sich erfolgreich gegen eine Kriminalisierung wehrten.
Der diesjährige Erfurter Christopher Street Day findet unter dem Motto „Wir bleiben alle“ statt. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren solidarisieren wir uns mit den sozialpolitischen Bewegungen innerhalb des Bündnisses zum „Tag der Einheit der Menschen“. Und all jenen Projekten und Menschen, denen nicht zugehört wird und deren Interessen nicht durch parlamentarische Strukturen durchgesetzt werden. Dies ist angesichts der akuten Bedrohung und fortwährenden Zerstörung soziokultureller Räume und Projekte nötiger denn je! (mehr…)